12 Jahre LKW-Beladung nach Gefühl: Das Problem mit Vollladungen und Achslastausgleich bei einem Belgrader Spediteur

Miloš Marinković fährt zwei LKWs und plant jede Vollladung nach Bauchgefühl und einem Anruf beim Lager. Hier wird klar, wo Achslastausgleich, gemischte Ladungen und fehlerhafte Papiere wirklich wehtun.

Wichtige Erkenntnisse

  • Miloš Marinković leitet seit 12 Jahren die beiden LKWs von Milmar Šped und plant inländische Vollladungen in Serbien meist nach Gefühl und in Absprache mit dem Lagerstaplerfahrer.
  • Gemischte Ladungen (Teilladungen) mit mehr als drei Kunden sind sein größtes Planungsproblem – mehrere Lieferungen auf einen Anhänger zu verteilen, ohne präzise Hilfsmittel.
  • Die Lieferreihenfolge bestimmt die Beladungsreihenfolge auf dem Anhänger, und trotzdem muss die Achslastverteilung innerhalb der gesetzlichen Grenzen bleiben – alles nach Gefühl, nicht nach Berechnung.
  • Abweichungen zwischen dem Papiergewicht und dem tatsächlichen Frachtgewicht kommen regelmäßig vor und können eine einzelne Achse oder das Gesamtgewicht des Fahrzeugs über die gesetzliche Grenze bringen, wenn sie vor der Abfahrt nicht erkannt werden.
  • Als wir ihm die Hansatic-App vor Ort zeigten, gefiel ihm die Möglichkeit, einen Beladeplan per Link zu teilen – ohne App-Download oder Registrierung. Er wünschte sich vorgefertigte Voreinstellungen für verschiedene LKW- und Anhängertypen und bemängelte, dass die dunkle Oberfläche bei Tageslicht auf dem Hof kaum lesbar ist.

Ein Morgen in einem Logistikpark bei Belgrad

Für die erste Folge von Cargo BTS fuhren wir zu einem Logistikpark 15 Kilometer vom Belgrader Stadtzentrum entfernt – direkt an der Hauptautobahn gelegen, mit 1,2 Millionen Quadratmetern Lagerfläche. Unser Ziel: Einen Vormittag mit Miloš Marinković, Inhaber von Milmar Šped, zu verbringen, während er eine Lieferung entlud und eine neue belud. Er plant seine Transporte meist intuitiv und stimmt die Details dann mit dem Lager und seinen Kunden ab – genau das wollten wir aus nächster Nähe beobachten.

12 Jahre auf der Straße: 9 als Angestellter, 3 selbstständig

Miloš ist seit 12 Jahren im Transportgewerbe – neun davon als Angestellter, die letzten drei in eigener Regie. Heute besitzt er zwei LKWs und transportiert ausschließlich inländische Fracht innerhalb Serbiens. Bevor er sich selbstständig machte, fuhr er neun Jahre lang internationale Strecken durch Westeuropa und Skandinavien; heute konzentriert er sich ganz auf den Binnenmarkt.

Vollladung, Tour-Retour: Wie Miloš zwei LKWs managt

Sein typischer Auftrag ist eine Vollladung im „Tour-Retour“-System: Am selben Lager, wo er entlädt, nimmt er eine neue ausgehende Lieferung auf, bevor er wieder losfährt. Gemischte Ladungen sind bei ihm die Ausnahme, nicht die Regel.

Ein 7,2-Meter-Planen-LKW für 17 Europaletten

Das Fahrzeug, das er an diesem Tag fuhr, war ein 7,5-m-Stadtplanen-LKW: 720 cm lang, 290 cm Ladehöhe, 245 cm breit – ein Anhänger, der 17 Europaletten fasst. Eine Größe, die für städtische und regionale Inlandsfahrten konzipiert ist, nicht für den internationalen Fernverkehr.

Die eigentliche Herausforderung: Gemischte Ladungen mit mehreren Kunden

Auf die Frage, was die größte Herausforderung beim Beladen sei, antwortete Miloš ohne Zögern: „Die größte Herausforderung sind gemischte Ladungen, Teilladungen. Wenn man mehr als drei Kunden hat, wird es kompliziert – aber wir haben die Erfahrung, das zu lösen.“ Zwölf Jahre geben ihm diese Erfahrung; jemand, der neu im Job ist, hat sie nicht – und auch keine Software, die das ersetzen könnte.

Beladungsreihenfolge, Lieferreihenfolge und Achslastausgleich

Miloš plant jede Ladung in Absprache mit dem Lager und dem Staplerfahrer, und die Reihenfolge hängt ganz von der Lieferung ab: Die erste Zustellung kommt nach vorne in die Ladung, die letzte nach hinten. Doch unter dieser Reihenfolge liegt eine harte Randbedingung, die nie verschwindet – die Achslastverteilung muss stimmen, egal wo welche Lieferung steht.

Wenn die Papiere nicht zur Ladung passen

Miloš berichtete von Situationen, in denen die Gewichtsangaben nicht mit der Realität übereinstimmten – wenn die Frachtliste auf dem Papier nicht mit dem übereinstimmte, was tatsächlich am Dock ankam. Nach zwölf Jahren erkennt er solche Diskrepanzen meist sofort. Die Konsequenz ist nicht abstrakt: Sie trifft das Fahrzeug direkt und kann eine Achse oder das Gesamtgewicht über die gesetzliche Grenze bringen, wenn es nicht vor der Abfahrt bemerkt wird.

Von ganz Europa zum reinen Binnenverkehr

Neun Jahre lang transportierte Miloš internationale Fracht durch Westeuropa und Skandinavien. Heute ist er ausschließlich im serbischen Binnenverkehr unterwegs – eine bewusste Entscheidung, kein Rückzug, nach über einem Jahrzehnt Erfahrung auf beiden Seiten.

Die App-Vorführung: Link-Sharing, Voreinstellungen und ein Problem mit dem Dunkelmodus

Nach dem Interview zeigten wir Miloš die Ladungsplanungs-App, die wir entwickeln – Hansatic – und baten ihn um schonungslose Ehrlichkeit. Ihm gefiel, dass er einen Beladeplan direkt als Link mit anderen Fahrern und dem Lagerteam teilen konnte: Kein App-Download, keine Registrierung nötig. Seine Hauptforderung waren vorgefertigte Voreinstellungen für verschiedene LKW- und Anhängertypen, damit er nicht jedes Mal von vorne beginnen muss. Und draußen auf dem Hof bei Tageslicht war ein Problem sofort offensichtlich, ohne dass er es überhaupt ansprechen musste: Die dunkle Oberfläche ist bei direkter Sonneneinstrahlung kaum lesbar. Das kam sofort ganz oben auf die To-do-Liste.

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