Leitfaden zur Routenbeladung

Mehrfachhalt-Ladeplan für LKW

Die letzte Lieferung wird zuerst geladen. Wer die Reihenfolge falsch plant, verbringt Stunden mit Umladen am Straßenrand — oder beschädigt Ladung, die eigentlich nicht bewegt werden sollte.

Ladeprinzip

LIFO — letzter Halt, zuerst ein

Dokumentation

CMR je Empfänger

Achslasten

Je Streckenabschnitt neu berechnen

Zugangsmethode

Heck- oder Seitenbeladung

Routen-Beladungssequenzer

Welcher Halt wird zuerst geladen — und warum

Im Depot — Beladung
FAH TÜR
S3
S2
S1
1

Berlin

8.000 kg — wird zuletzt geladen (türnächste Position)

2

Hamburg

9.000 kg — wird als Zweites geladen

3

Kopenhagen

7.000 kg — wird zuerst geladen (tiefste Position)

Verbleibende Ladung 24,000 kg (100%)
Routenplanungsleitfaden

Planung einer Mehrfachhalt-LKW-Ladung

Diese Schritte sind in der Planungsphase durchzuführen — bevor der LKW beladen wird. Ein Sequenzierungsfehler am Straßenrand kostet Stunden; auf dem Papier kostet seine Behebung Minuten.

Step 1

Alle Haltestellen erfassen und Lieferreihenfolge festlegen

Vor der Ladeplanung ist die Lieferreihenfolge der Route verbindlich festzulegen. Die Lieferreihenfolge bestimmt die Ladereihenfolge — beide können nicht unabhängig voneinander geplant werden. Für Multi-Drop-Routen empfiehlt sich der Einsatz von Routensoftware zur Optimierung der Haltestellen nach Entfernung und Zeitfenstern; danach ist die Reihenfolge einzufrieren. Jede Änderung der Lieferreihenfolge nach der Beladung kann eine teilweise oder vollständige Neuverladung erforderlich machen. Die vereinbarte Haltestellen-Reihenfolge ist vor Beginn der Beladung im Fahrtenbericht zu dokumentieren.

Step 2

Ladung je Haltestelle zuordnen und Gewichte berechnen

Für jede Haltestelle sind alle Paletten, Kisten oder Einzelstücke mit Gewicht und Abmessungen aufzulisten. Anschließend ist das Gesamtladegewicht je Haltestelle zu berechnen. Daraus ergibt sich das Gewichtsprofil je Streckenabschnitt — welche Achsgruppen an welchem Punkt der Fahrt welche Last tragen. Besondere Handhabungsanforderungen je Haltestelle sind zu notieren: aufrecht zu transportierende Güter, temperaturempfindliche Ladung sowie Gefahrgut, das eine bestimmte Position im Auflieger erfordert.

Step 3

In umgekehrter Lieferreihenfolge laden — letzter Halt am tiefsten

Die Ladung für den letzten Lieferhalt muss zuerst verladen werden und ist am tiefsten im Auflieger zu positionieren (unmittelbar hinter der Stirnwand). Die Ladung für den ersten Lieferhalt wird zuletzt verladen und ist am nächsten zu den Hecktüren zu platzieren. Bei einer 3-Halt-Route gilt: Ladung Halt 3 → zuerst laden (tiefste Position), Ladung Halt 2 → als Zweites laden (Mitte), Ladung Halt 1 → zuletzt laden (an der Tür). Dies ist LIFO (Last In, First Out) angewandt auf die Routenplanung. Bei Aufliegern mit ausschließlichem Heckzugang ist dieses Vorgehen zwingend vorgeschrieben — Curtainsider mit Seitenzugang bieten mehr Flexibilität, doch das Prinzip gilt weiterhin.

Step 4

Achslasten für jeden Streckenabschnitt berechnen

Die Achslastkonformität ist für jeden Streckenabschnitt zu prüfen — nicht nur bei Vollbeladung. Mit jeder Entladung an einer Haltestelle verschiebt sich die Gewichtsverteilung. Beispiel: Befindet sich die Ladung des ersten Halts am Heck (Türseite) und wiegt 8.000 kg, so verlagert deren Entladung den CoG der verbleibenden Ladung nach hinten. Dadurch kann die Trailer-Drehgestell-Achse näher an ihre Grenze rücken, obwohl das Gesamt-GVW gesunken ist. Bei Routen mit gewichtigen Entladungen an einzelnen Halten sind die Achslasten für jeden Streckenabschnitt mittels der Hebelregel vor Abfahrt zu modellieren.

Step 5

CMR-Frachtbrief je Empfänger vorbereiten

Jede Lieferhaltestelle erfordert einen eigenen internationalen CMR-Frachtbrief (bei internationalen Routen) oder einen nationalen Lieferschein. Der CMR muss das Gewicht und die Anzahl der Packstücke für den jeweiligen Empfänger ausweisen — nicht die Gesamtlademenge des LKW. Die CMR-Dokumente sind in der Reihenfolge der Haltestellen in der Fahrerkabine aufzubewahren, damit sie der Reihe nach übergeben werden können. Bei nationalen Multi-Drop-Transporten verwenden viele Spediteure ein zentrales Gesamtmanifest zuzüglich eines Lieferscheins je Haltestelle. Unabhängig vom gewählten Format hat jeder Empfänger den Erhalt seiner Güter zu quittieren.

Step 6

Seitenplanenöffnung nutzen, um Umladerisiken zu reduzieren

Bei Aufliegern mit ausschließlichem Heckzugang (Kofferaufbauten, Kühlfahrzeuge) ist die LIFO-Sequenzierung unverhandelbar — mittlere oder vordere Ladung ist ohne vorheriges Entfernen der davor befindlichen Güter nicht zugänglich. Curtainsider mit vollständigem Seitenzugang verringern diese Einschränkung erheblich: Jede Palettenreihe kann unabhängig von der Ladereihenfolge von der Seite erreicht werden. Für Mehrfachhalt-Routen mit häufigen Lieferungen ist der Curtainsider die betrieblich überlegene Wahl. Auch bei Seitenzugang sind schwere Güter in den stabilsten Positionen zu platzieren; früh benötigte Ladung darf nicht auf Gütern gestapelt werden, die auf dem Fahrzeug verbleiben.

Mehrfachhalt-Regeln

Wesentliche Regeln für die Mehrfachhalt-Beladung

Diese Regeln gelten unabhängig davon, ob 2 oder 10 Haltestellen angefahren werden. Die Konsequenzen einer fehlerhaften Sequenzierung nehmen mit der Anzahl der Haltestellen zu.

Ladeprinzip

LIFO

Letzter Halt — tiefste Position im Auflieger

CMR erforderlich

Je Empfänger

Nicht je LKW

Achslastprüfung

Je Streckenabschnitt

Last verschiebt sich an jedem Abladepunkt

EU-Drehgestellgrenzwert

21.000 kg

Auch bei teilweise entladenem LKW

Auflieger mit Heckzugang

LIFO ist zwingend vorgeschrieben

Kofferaufbauten, Curtainsider mit geschlossenen Seiten, Kühlfahrzeuge und alle ausschließlich über Hecktüren zugänglichen Auflieger müssen in strikter umgekehrter Lieferreihenfolge beladen werden. Es gibt keine sichere Möglichkeit, auf außerhalb der Sequenz befindliche Ladung zuzugreifen, ohne alles davor zu entladen. Jede Abweichung von LIFO bei einem Auflieger mit Heckzugang bedeutet manuelles Umladen am Lieferpunkt — auf einem Parkplatz, einer Servicestraße oder an der Entladerampe. Dies verursacht pro Vorfall 1–3 Stunden Mehraufwand und begründet Haftungsrisiken für Ladungsschäden.

Curtainsider-Seitenzugang

Flexibilität — kein Freifahrtschein

Ein Curtainsider mit vollständigem Seitenzugang ermöglicht den Zugriff auf jede Palettenreihe von der Seite, ohne andere Ladung verschieben zu müssen. Dies lockert die strikte LIFO-Anforderung — hebt sie jedoch nicht auf. Schwere oder instabile Ladung muss unabhängig vom Zugangsmodus strukturell sicher positioniert werden. Bei Mehrfachhalt-Routen erlaubt der Seitenzugang, die Ladung jeder Haltestelle in einer eigenen Zone über die Aufliegerbreite zu platzieren, anstatt sie von vorne nach hinten zu stapeln.

Dokumentationskonformität

CMR je Haltestelle + Gesamtmanifest

Bei internationalen Mehrfachhalt-Routen benötigt jeder Empfänger einen eigenen CMR-Frachtbrief, der vor Abfahrt ausgefüllt wird. Das Gesamtmanifest des LKW listet alle Güter auf; jeder CMR erfasst die Güter eines Empfängers. Sind Güter für mehrere Empfänger im selben Aufliegerbereich gemischt (z. B. Paletten zweier Haltestellen in derselben Bucht), müssen beide CMR-Dokumente die Güter und deren Positionen eindeutig beschreiben. Grenzkontrollbehörden können prüfen, ob die deklarierten Gewichte mit den tatsächlichen Achslasten übereinstimmen — Abweichungen zwischen CMR und tatsächlichen Gewichten sind ein Warnsignal.

Häufig gestellte Fragen

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