Wechselbrücken-Ladehandbuch
Wechselbrücken wechseln zwischen LKW und Schiene ohne Kran — Stützen ausfahren, herausfahren, einfahren. Die Laderegeln, die diesen Ablauf sicher gewährleisten, unterscheiden sich von denen für Standardauflieger.
C715 Länge
7.150 mm
C745 Länge
7.450 mm
Standardbreite
2.550 mm
GVW (intermodal)
44.000 kg
Wechselbrückentyp-Vergleich
Wählen Sie eine Wechselbrückenklasse, um Abmessungen, Kapazität und intermodale Kompatibilität einzusehen
7.150 mm
Innenlänge
2.440 mm
Innenbreite
2.670 mm
Innenhöhe
~16.000 kg
Max. Nutzlast
17 EUR-Paletten
EUR-Paletten
4 Stützen, 1.100 mm Bodenfreiheit
Klappbare Stützfüße
So wird eine Wechselbrücke geladen und umgeschlagen
Der Wechselbrückenbetrieb verbindet die Ladevorschriften für LKW mit den Verfahren des intermodalen Umschlags. Beide müssen eingehalten werden — eine korrekt beladene, aber fehlerhaft umgeschlagene Wechselbrücke ist ebenso gefährlich wie eine schlecht beladene.
Step 1
Die geeignete Wechselbrückenklasse für Ihr Netzwerk auswählen
Die drei gängigen EU-Wechselbrückenklassen sind C715 (7,15 m Außenlänge), C745 (7,45 m) und C782 (7,82 m). Zwei C715- oder C745-Wechselbrücken passen in der Regel mit ausreichend Kupplungsabstand auf einen Standard-Sattelauflieger mit 13,6 m Länge. Eine C782 passt auf einen Standardauflieger oder Eisenbahnwagen. Die Wahl richtet sich nach Ihrem Netzwerk: C745 ist am weitesten verbreitet im europäischen Stückgutverkehr; C715 eignet sich besser für innerstädtische Routen, wo Wendekreis und Rampenabstand eine Rolle spielen; C782 maximiert das Volumen für Langstrecken- oder schienenintensive Routen.
Step 2
Ladung unter Beachtung der Bodenbelastung und des Schwerpunkts laden
Wechselbrücken haben eine typische Bodenbelastbarkeit von 5.000–7.500 kg/m². Anders als Container (die über eine Stapellastbewertung verfügen) sind Wechselbrücken für Straße und Schiene konzipiert, aber NICHT für die Kranverladung im beladenen Zustand — nur die Ladung kann mit dem Kran gehoben werden, oder die leere Wechselbrücke kann angehoben werden. Die Ladung ist so zu verstauen, dass der Schwerpunkt bei 45–55 % der Innenlänge von der Front liegt. Der seitliche Schwerpunkt darf nicht mehr als 50 mm von der Mittellängsachse abweichen. Im Schienenbetrieb ist die Höhe des Schwerpunkts kritischer als im Straßenbetrieb — ein hoher Schwerpunkt auf der Schiene kann zu Wageninstabilität in Kurven führen.
Step 3
Ladung gemäß CTU Code und EN 12195 sichern
Alle Ladung in einer Wechselbrücke muss gemäß CTU Code (für intermodale Transporte) und EN 12195 (für Straßenabschnitte) gesichert werden. Anders als bei Standardaufliegern verfügen Wechselbrücken in der Regel über innenliegende Zurr-Schienen an den Seitenwänden auf zwei Höhen. Diese Zurr-Punkte sind zu verwenden — es darf nicht durch die Wände oder an nicht für die Ladungssicherung zugelassenen Haken gezurrt werden. Bei palettierten Gütern sind die Paletten auf einwandfreien Zustand zu prüfen (keine gebrochenen Bretter), und Ladebalken oder Gurte sind zur Verhinderung von Palettenbewegungen einzusetzen. Bei Schienentransporten können die seitlichen Beschleunigungskräfte höher sein als auf der Straße — intermodale Ladungen lieber über- als untersichern.
Step 4
Stützfüße vor dem Abkuppeln vom LKW ausfahren
Umschlagverfahren für Wechselbrücken: Bei aufgesattelter Wechselbrücke auf dem LKW-Fahrgestell die Feststellbremse anziehen. Die vier Stützfüße mit der Handkurbel oder dem Hydrauliksystem bis zum Boden ausfahren — alle vier Stützen müssen vollständig ausgefahren und verriegelt sein. Sicherstellen, dass die Stützen auf einem harten, ebenen Untergrund stehen (Beton oder verdichteter Schotter) — auf weichem Untergrund können die Stützen unter Last einsinken. Die Kupplungshaken des LKW-Fahrgestells entriegeln. Den LKW langsam nach vorne fahren, bis er frei von der Wechselbrücke ist. Die Wechselbrücke steht nun eigenständig auf ihren Stützen.
Step 5
Aufnehmendes Fahrzeug oder Eisenbahnwagen unter der Wechselbrücke positionieren
Bei LKW-Übergabe: Das aufnehmende Fahrgestell rückwärts unter die Wechselbrücke fahren und die Fahrgestell-Kupplungsschienen mit den Unterschienen der Wechselbrücke ausrichten. Das Fahrgestell muss auf der richtigen Höhe stehen — eine verstellbare Luftfederung erleichtert diesen Vorgang. Die Kupplungshaken einrasten und alle Verriegelungen vor dem Anheben der Wechselbrücke von den Stützen prüfen. Bei Schienenübergabe: Der Eisenbahnwagen wird an einem benachbarten Gleis im Terminal positioniert; die Wechselbrücke wird entweder seitlich durch Verschieben auf Führungsschienen zwischen LKW und Wagen umgesetzt oder von einem Reachstacker angehoben, sofern die Wechselbrücke über obere Hebeösen verfügt (Tragfähigkeit der Wechselbrücke vor dem Heben prüfen).
Step 6
Intermodale Kette und CMR-/CIM-Übergabe dokumentieren
Bei intermodalen Straße-Schiene-Transporten wechselt das Transportdokument am Terminal den Verkehrsträger: Der CMR (Straßenfrachtbrief) gilt für die Straßenabschnitte; der CIM (Eisenbahnfrachtbrief) gilt für den Schienenabschnitt. Am Terminal hält ein Übergabedokument die Wechselbrückennummer, Plombennummer, Ladungsbeschreibung und das Bruttogewicht fest. Der Terminalbetreiber stellt eine Empfangsbestätigung aus. Für Zollzwecke verbleibt die Ladung über die gesamte intermodale Kette unter derselben Zollanmeldung — sicherstellen, dass die Plombe der Wechselbrücke bei jedem Übergabepunkt unversehrt ist und mit dem Zolldokument übereinstimmt.
Wechselbrücken-Regelwerk auf einen Blick
Basierend auf EN 283 (Wechselbrücken-Norm), UIC 592 (Schienenkompatibilität), CTU Code und EG-Richtlinie 96/53. Intermodale Operationen unterliegen zusätzlich der EU-Richtlinie 92/106.
C745 Länge
7.450 mm
Häufigste EU-Klasse
Standardbreite
2.550 mm
Innenmaß: 2.440 mm
Intermodales GVW
44.000 kg
EU-Bonus für Straße + Schiene
EN 283
Vorgeschrieben
EU-Wechselbrücken-Norm
EU-intermodaler Gewichtsbonus
+4.000 kg (44.000 kg GVW)
Gemäß EG-Richtlinie 96/53 erhalten LKW-Kombinationen, die Wechselbrücken im Rahmen eines kombinierten Straße-Schiene-Transportes befördern, eine zulässige GVW von 44.000 kg anstelle der üblichen 40.000 kg. Der Straßenabschnitt muss der dokumentierten Eisenbahnbewegung als Vor- oder Nachlauf dienen. Dies ergibt eine Nutzlast von rund 26.000–28.000 kg für eine Standard-Wechselbrückenkombination — deutlich mehr als bei einem reinen Straßentransport. Der intermodale Bonus wird automatisch gewährt, wenn die Transportdokumente die kombinierte Transportkette korrekt ausweisen.
Anforderungen an das Umschlagterminal
Ausschließlich harter, ebener Untergrund
Die Stützfüße von Wechselbrücken sind für den stationären Einsatz auf befestigtem Untergrund ausgelegt — Beton oder verdichteter Schotter. Sie sind nicht für den Einsatz auf weichem Boden, Gras oder unebenen Flächen geeignet. Unter dem Gewicht einer beladenen Wechselbrücke (bis zu 28.000 kg Gesamtgewicht) können Stützen auf weichem Untergrund einsinken oder kippen. Die meisten intermodalen Terminals verfügen über ausgewiesene Abstellbuchten für Wechselbrücken. Bei Übergaben außerhalb von Terminals (z. B. auf dem Gelände eines Kunden) ist vor dem Ausfahren der Stützen zu prüfen, ob der Untergrund die entsprechende Tragfähigkeit aufweist.
UIC 592 Schienenkompatibilität
Ausschließlich zugelassene Wechselbrücken
Nicht alle Wechselbrücken sind für den Schienenbetrieb zugelassen. UIC 592-konforme Wechselbrücken sind mit einem UIC-Zulassungsschild gekennzeichnet und verfügen über verstärkte Eckbeschläge oder Unterbodenführungsschienen, die mit den Verriegelungssystemen der Eisenbahnwagen kompatibel sind. Vor der Buchung eines Schienenslots ist die UIC-Zulassungsnummer der Wechselbrücke zu prüfen und mit der Liste der zugelassenen Ausrüstung des Eisenbahnbetreibers abzugleichen. Nicht UIC-konforme Wechselbrücken können an einzelnen Terminals im Einzelfall akzeptiert werden — vor dem Transport schriftlich bestätigen lassen.
Häufig gestellte Fragen
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