Sammelgut & LTL-Straßenfracht — So funktioniert Stückguttransport
Sammelgut (Europa) und LTL (Nordamerika) ermöglichen den Versand von Teilladungen durch das Teilen von LKW-Platz mit anderen Verladern. Zahlen Sie nur für den genutzten Platz — aber rechnen Sie mit längeren Transitfenstern, mehr Umschlagspunkten und Pro-kg-Haftungsobergrenzen im Vergleich zu dedizierten Komplettladungsservices.
Ladungsart
Geteilt / konsolidiert
Preisgrundlage
Pro kg oder pro Palette
Typische Laufzeit
1–10 Werktage
CMR-Haftungsobergrenze
€8,33 pro kg brutto
Sammelgut & LTL-Serviceauswahl
Wählen Sie einen Servicetyp aus, um zu verstehen, wie er funktioniert, für wen er geeignet ist und die wichtigsten Unterschiede bei Preis, Laufzeit und Haftungsrisiko
Standard-Sammelgut (auch LCL-Straße oder konsolidierte Straßenfracht genannt) ist das europäische Modell für den Transport von Teilladungen. Ein Spediteur oder Frachtführer sammelt einzelne Sendungen von mehreren Kunden, konsolidiert diese in einem lokalen Depot und versendet sie auf einem gemeinsamen Fernverkehrsfahrzeug in die Zielregion. Am Ziel dekonsolidiert ein Partnerdepot und führt die Zustellung durch. Standard-Sammelgut eignet sich ideal für Sendungen von 1–10 Paletten oder 100–5.000 kg. Laufzeiten betragen typischerweise 2–7 Werktage innerhalb Europas.
Netzwerktyp
Depot-zu-Depot (Hub & Spoke)
Laufzeitfenster
2–7 Werktage
Preismodell
Pro kg + pro Palette (Mindestgebühr)
Tracking
Depotscan + Zustellereignisse
So funktioniert Sammelgut- und LTL-Versand — Schritt für Schritt
Eine Sammelgut- oder LTL-Sendung durchläuft mehrere Umschlagspunkte zwischen Abholung und Zustellung. Das Verstehen der Reihenfolge hilft Ihnen zu erkennen, wo Verzögerungen entstehen, welche Dokumente in jedem Stadium benötigt werden und wie die Haftung entlang der Kette übertragen wird.
Step 1
Buchung — Ratenanfrage, Reservierung und Buchungsbestätigung
Der Prozess beginnt, wenn der Versender (oder sein Spediteur) eine Rate und Kapazitätszuweisung von einem Sammelgutoperateur oder LTL-Carrier anfragt. Die Buchung umfasst Frachtdetails: Anzahl Paletten oder Stücke, Bruttogewicht, Abmessungen, Warenbeschreibung, Incoterms, Abholungs- und Lieferadressen sowie besondere Anforderungen. Der Carrier oder Spediteur prüft die verfügbare Kapazität auf der relevanten Linie und bestätigt die Buchung mit einer Referenznummer. Ungenaue Gewichts- und Maßangaben, die bei Abholung oder im Depot entdeckt werden, führen zu Frachtberichtigungen und können die Sendung verzögern.
Step 2
Abholung — Fahrer holt Fracht beim Versender ab
Am vereinbarten Abholtermin kommt das Fahrzeug des Carriers zur Abholung der Sendung beim Versender. Für europäisches Sammelgut bringt der Fahrer typischerweise einen leeren CMR-Frachtbrief mit, und Fahrer und Versender unterzeichnen drei Originale bei der Abholung. Der Fahrer notiert sichtbare Schäden oder Abweichungen im CMR vor der Unterzeichnung; eine unbeanstandete Unterzeichnung des CMR schafft eine Prima-facie-Vermutung, dass die Waren in gutem Zustand empfangen wurden. Der unterzeichnete CMR / BOL ist der Nachweis des Versenders, dass die Waren an den Carrier übergeben wurden.
Step 3
Depotkonsolidierung — Waren sortiert und auf Fernverkehrsfahrzeug verladen
Nach der Abholung werden alle Sendungen aus dem lokalen Gebiet in das Ausgangsdepot (auch Speichenterminal oder Konsolidierungshub genannt) zurückgebracht. Im Depot werden Sendungen nach Zielregion sortiert, und mehrere Sendungen mit demselben Zielgebiet werden gemeinsam auf das Fernverkehrsfahrzeug verladen. Dieser Konsolidierungsprozess ist der Kern der Effizienz des Sammelguts — der Carrier füllt einen Vollhänger mit Sendungen vieler verschiedener Kunden, von denen jeder nur für seinen proportionalen Anteil an Platz und Gewicht zahlt.
Step 4
Fernverkehrsfahrt — Langstreckentransport zwischen Ausgangs- und Zielhubs
Das beladene Fernverkehrsfahrzeug (typischerweise ein 13,6-Meter-Curtainsider oder Mega-Trailer in Europa) fährt vom Ausgangsdepot zum Ziel-Hub oder -Depot. Bei grenzüberschreitenden Fahrten kann die Fernverkehrsfahrt durch ein oder mehrere Relaisdepots führen, wo Fahrer gewechselt und Fahrzeuge getauscht werden können. Während der Fernverkehrsfahrt ist die Sendung im Gewahrsam des Carriers und der Carrier trägt die volle CMR-Haftung.
Step 5
Dekonsolidierung und Zustellvorbereitung im Zieldepot
Wenn das Fernverkehrsfahrzeug im Zieldepot ankommt, wird die Ladung aufgebrochen (dekonsolidiert) und einzelne Sendungen nach Zustellgebiet sortiert. Depotpersonal verifiziert jede Sendung gegen das Manifest — Stückzahlen, Gewichte und eventuelle Schäden werden geprüft. Beschädigte oder fehlbeladene Sendungen werden gekennzeichnet. Für zollabgefertigte grenzüberschreitende Sammelgutlieferungen werden auch Importdokumente am Zieldepot bearbeitet.
Step 6
Endzustellung und Empfangsbestätigung — Quittung des Empfängers
Der Zustellfahrer kommt mit der Sendung und einem Lieferschein oder CMR/BOL-Kopie beim Empfänger an. Der Empfänger muss die Ware bei Lieferung prüfen: Stückzahl, sichtbarer Verpackungszustand und Übereinstimmung mit Lieferdokumenten. Falls bei Lieferung Schäden oder Fehlmengen entdeckt werden, muss der Empfänger dies vor der Unterzeichnung auf dem Lieferdokument notieren. Unter CMR verliert ein Empfänger, der ohne Vorbehalt unterschreibt, das Recht auf Schadenersatzansprüche gegen den Carrier für sichtbare Schäden. Versteckte Schäden müssen innerhalb von 7 Tagen gemeldet werden.
Sammelgut- und LTL-Regeln auf einen Blick
Internationaler Straßengüterverkehr wird durch das CMR-Übereinkommen (Übereinkommen über den Beförderungsvertrag im internationalen Straßengüterverkehr) geregelt. Nordamerikanisches LTL wird durch inländische Carrier-Tarife und das NMFC-Klassifizierungssystem geregelt.
Mindestsendungsgröße
~30 kg / 1 Palette
Vorbehaltlich Mindestgebühr des Carriers
CMR-Haftung
€8,33 / kg
Bruttogewicht — deklarierter Wert hat Vorrang
Reklamationsfrist
7 Tage
Versteckte Schäden — sichtbare bei Lieferung
POD-Aufbewahrung
3 Jahre
CMR-Verjährungsfrist
Sammelgut- und LTL-Preisgestaltung — wie Frachtraten berechnet werden
Pro kg, pro Palette oder frachtklassenbasiert
Sammelgut- und LTL-Preise sind komplexer als FTL, weil Carrier den physischen Platz und das Gewicht jeder Sendung im Verhältnis zu den anderen auf dem Fahrzeug berücksichtigen müssen. Im europäischen Sammelgut wird der Frachtpreis typischerweise als Kombination berechnet: ein Pro-kg-Tarif (angewendet auf das höhere von tatsächlichem Gewicht oder Volumengewicht), eine Palettensatzgebühr für Standard-Europaletten und eine Mindestgebühr pro Sendung. Kraftstoffzuschläge werden zusätzlich berechnet, typischerweise als Prozentsatz des Basistarifs und wöchentlich aktualisiert. Im nordamerikanischen LTL wird die Preisgestaltung mithilfe von Frachtklassen (1 bis 500) bestimmt, die vom National Motor Freight Classification (NMFC)-System zugewiesen werden.
CMR-Haftung — wofür der Carrier verantwortlich ist
Begrenzt auf SZR 8,33 pro kg Bruttogewicht verloren oder beschädigt
Das CMR-Übereinkommen (1956) regelt die internationale Straßenfrachtshaftung in den meisten europäischen und vielen anderen Ländern. Unter CMR haftet der Carrier für vollständigen oder teilweisen Verlust von Waren, Beschädigung und Verzögerung ab dem Moment, in dem Waren in seine Obhut genommen werden bis zur Lieferung. Die Standard-CMR-Haftungsgrenze beträgt 8,33 Sonderziehungsrechte (SZR) pro Kilogramm Bruttogewicht verlorener oder beschädigter Waren — ungefähr €9–10 pro kg je nach aktuellem SZR-Kurs. Um mehr als die CMR-Grenze zu erhalten, muss der Versender einen höheren Wert auf dem CMR-Frachtbrief angeben und einen Zuschlag zahlen. CMR begrenzt auch die Haftung bei Verzögerung: Der Carrier haftet für Verzögerungsschäden bis zur Höhe der Frachtgebühr.
Dokumentationsanforderungen für Sammelgut- und LTL-Sendungen
CMR-Frachtbrief (international) + Handelsrechnung + Packliste
Eine vollständige Sammelgut- oder LTL-Sendung erfordert mehrere Dokumente. Für internationales europäisches Sammelgut: der CMR-Frachtbrief (4 Originale: Absender, Carrier, Empfänger, Begleitdokument) — muss Absender, Empfänger, Lieferadresse, Warenbeschreibung, Bruttogewicht, Stückzahl und besondere Anweisungen enthalten; die Handelsrechnung; die Packliste; und für zollkontrollierte Bewegungen das Transitdokument (T1/T2) oder die Zollausfuhranmeldung. Für ADR-Sendungen müssen ein ADR-Beförderungsdokument und das ADR-Schulungszertifikat des Fahrers mitgeführt werden. Fehlende oder ungenaue Dokumentation ist die häufigste Ursache für Zollsperren, Zustellverweigerungen und Frachtreklamationen.
Häufig gestellte Fragen
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