Lkw-Beladeratgeber

Wie die Ladeposition die Achslasten verändert

Verschiebt man die Ladung um 1 Meter entlang des Aufliegers, werden über 1.000 kg zwischen den Achsgruppen verlagert. Lernen Sie die physikalischen Grundlagen, die EU-Grenzwerte und wie jede Ladung korrekt ausgewogen wird.

5th-wheel-Grenzwert

12,000 kg

Trailer-bogie

21,000 kg

Antriebsbogie

19,000 kg

Lenkachse

7,500 kg

Max. GVW

40,000 kg

Achslast-Visualisierer

Verschieben Sie den Regler, um zu sehen, wie die Ladeposition die kingpin- und bogie-Lasten verändert

Kingpin überlastet – Ladung Richtung Tür verschieben
FAHRERHAUS
5th
bogie
20,000 kg Nutzlast
TÜR
CoG-Position: 4.1 m vom Fahrerhaus zum Anpassen ziehen
Kingpin (5th wheel)
16,500 kg / 12,000 kg Grenzwert

↑ Kingpin überlastet – Ladung Richtung Tür verschieben

Trailer-bogie
9,500 kg / 21,000 kg Grenzwert
Beladeratgeber

Achslasten korrekt verteilen

Befolgen Sie diese Reihenfolge vor jeder beladenen Fahrt – Achsverstöße führen in den meisten EU-Ländern zu einem Fahrtverbot und Bußgeldern von €1.000–€10.000 pro Achsgruppe.

1

Leergewicht der Achsen Ihres Lkw ermitteln

Bevor ein einziges Teil geladen wird, benötigen Sie die unbeladenen Achsgewichte. Der Fahrzeugschein gibt das Gesamtleergewicht an – nicht die Achslastverteilung. Wiegen Sie den leeren Lkw auf einer Fahrzeugwaage oder verwenden Sie das Achslastzertifikat des Herstellers. Ein typischer 5-achsiger Sattelzug trägt im leeren Zustand in der Regel 5.500–6.500 kg auf dem Antriebsbogie und 2.000–3.500 kg auf dem Trailer-bogie.

2

Verfügbare Kapazität je Achsgruppe berechnen

Ziehen Sie die Leerachslasten von den gesetzlichen Grenzwerten ab, um Ihren Ladespielraum zu ermitteln. Beträgt das Leergewicht Ihres Antriebsbogies 6.000 kg bei einem Grenzwert von 19.000 kg, verbleiben dort 13.000 kg Kapazität. Der kingpin ist der am häufigsten überlastete Punkt – ein hohes Leergewicht des Antriebsbogies kann dazu führen, dass vor der gesetzlichen Obergrenze von 12.000 kg nur noch 5.000–6.000 kg 5th-wheel-Kapazität verbleiben.

3

Schwerste Ladungsteile in der mittleren Vorwärtszone platzieren

Die Mitte des Aufliegers – etwa 4–8 m vom kingpin entfernt – verteilt die Last am gleichmäßigsten auf beide Achsgruppen. Beginnen Sie hier mit der schwersten Ladung. Platzieren Sie dichte Güter niemals direkt am Fahrerhauskopf: Eine 2.000-kg-Palette ganz vorne am Auflieger überträgt nahezu ihr gesamtes Gewicht auf den kingpin und leistet kaum einen Beitrag zum bogie.

4

Hebelgesetz zur Positionsabschätzung anwenden

Der Auflieger wirkt wie ein Hebel, der zwischen dem kingpin (Fahrerhaus­seite) und dem bogie (Türseite) ausbalanciert ist. Ladung in der Nähe des kingpins belastet den kingpin; Ladung in der Nähe des bogies belastet den bogie. Das Verhältnis ist proportional zur Entfernung: Ladung bei 25 % der Auflieger­länge überträgt 75 % ihres Gewichts auf den kingpin und 25 % auf den bogie. Nutzen Sie diese Regel zur Plausibilitätsprüfung der Position, bevor Sie eine vollständige Berechnung durchführen.

5

Vor Abfahrt mit einem Laderechner validieren

Manuelle Schätzungen sind ein Ausgangspunkt – validieren Sie stets mit einem Ladeplanungs-Tool, bevor Sie das Betriebsgelände verlassen. Geben Sie Gewicht und Position jedes Ladungsteils ein; das Tool berechnet die genauen kingpin- und bogie-Lasten einschließlich Leergewicht. Wird ein Grenzwert überschritten, passen Sie die Ladeposition an und berechnen Sie neu. Dies dauert 2–3 Minuten und verhindert eine Kontrollaktion am Straßenrand mit Kosten von €5.000 und mehr.

6

Achslasten nach jeder Entladestelle neu prüfen

Das Entladen an einem Halt verändert die Verteilung der verbleibenden Ladung. Was bei voller Beladung ausgewogen war, kann mit halb entleertem Laderaum nicht mehr den Vorschriften entsprechen. Überprüfen Sie auf Mehrfach-Abliefertouren die Achslastberechnung nach jeder erheblichen Entladung – insbesondere wenn schwere Güter von einem Ende des Aufliegers entfernt wurden.

EU-Vorschriften

EU-Achslastgrenzwerte für Sattelzüge

Standardgrenzwerte gemäß EC Directive 96/53. Einzelne Mitgliedstaaten können strengere nationale Vorschriften anwenden – prüfen Sie diese stets für Ihr Einsatzgebiet.

Max. GVW (5-achsig)

40,000 kg

44.000 kg für den kombinierten Verkehr

Lenkachse

7,500 kg

Einzelne nicht angetriebene Achse

Antriebsbogie

19,000 kg

Doppelachse, Abstand ≥1.8 m

Trailer-bogie

21,000 kg

Doppelachse, Abstand ≥1.3 m

Kingpin (5th wheel) Last

12,000 kg

Die kingpin-Last ist die vertikale Kraft auf die 5th-wheel-Platte. Sie wird von Straßenkontroll-Achswaagen nicht direkt gemessen – Kontrolleure berechnen sie aus den Messwerten der Lenk- und Antriebsachsen. Eine Überschreitung von 12.000 kg belastet den Rahmen des Zugfahrzeugs und führt in den meisten EU-Ländern zu einem sofortigen Fahrtverbot.

Bußgelder bei Überladung

€1.000 – €10.000

Bußgelder werden je überlasteter Achsgruppe verhängt. Deutschland, die Niederlande und Skandinavien wenden die härtesten Strafen an – deutsche Bußgelder übersteigen €10.000 je Achse bei Überladungen von mehr als 20 %. Fahrer, Frachtführer und verladende Partei können gleichzeitig haftbar gemacht werden. Wiederholte Verstöße führen zum Entzug der Zulassung.

Wann neu berechnen

Vor jeder Fahrt

EU-Vorschriften legen die Verantwortung für die Ladungsverteilung sowohl dem Fahrer als auch der Verladeseite auf. Ein ausgedruckter Ladeplan mit berechneten Achsgewichten ist Ihre wichtigste rechtliche Absicherung bei einer Straßenkontrolle. Berechnen Sie nach jeder Ladungsänderung neu, einschließlich Teilentladungen auf Mehrfach-Abliefertouren.

Häufig gestellte Fragen

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