Luftfracht ULD-Leitfaden
Ein Unit Load Device verwandelt loses Stückgut in eine einzelne strukturelle Einheit, die exakt in den Frachtraum eines Flugzeugs passt. Fehler beim Aufbau führen dazu, dass das ULD die Ladungsannahmekontrolle nicht besteht – oder schlimmer noch, sich im Flug verschiebt.
Standard-ULD-Typen
LD3, LD7, PMC
Max. LD3-Gewicht
1.588 kg
Maßgebliche Norm
IATA ULD Regulations
Bodenbelastungsgrenze
~730 kg/m²
ULD-Typenvergleich
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LD3-Container (AKE)
Innenlänge
1,534 mm
Innenbreite
1,534 mm
Innenhöhe
1,630 mm
Max. Bruttogewicht
1,588 kg
Ungefähres Volumen
~4.5 m³
Kompatible Flugzeuge
B737, B767, B777, A330, A350
ULD aufbauen und anliefern – Schritt für Schritt
Ein korrekt aufgebautes ULD ist strukturell stabil, hält die Gewichtsgrenzen ein, bleibt innerhalb der Flugzeugkontur, ist ordnungsgemäß verzurrt und vollständig dokumentiert. All diese Bedingungen müssen erfüllt sein – nicht nur die meisten davon.
Step 1
Den richtigen ULD-Typ für Ladung und Route auswählen
Die ULD-Auswahl richtet sich nach den Abmessungen und dem Gewicht der Ladung sowie dem auf der Route eingesetzten Flugzeugtyp. LD3-Container (AKE) sind die vielseitigste Option – sie passen in den Unterbodenfrachtraum der meisten Großraumflugzeuge (B767, B777, A330, A350) sowie auf das Hauptdeck von Schmalrumpffrachtflugzeugen. LD7-Container oder PMC-Paletten kommen auf den Hauptdeckpositionen der B747 und A380 zum Einsatz. Bei ungewöhnlichen Ladungsformen (Maschinen, Kunstwerke, Fahrzeuge) ermöglicht eine PMC-Palette mit Netz einen flexibleren Aufbau als ein starrer Container. Bulk-Beladung kommt ausschließlich in den unbedruckten Unterbodenräumen von Schmalrumpfflugzeugen (B737, A320) zur Anwendung und ist auf 32 kg pro Einzelstück begrenzt. Den ULD-Typ stets mit der Fluggesellschaft oder dem Bodenabfertigungsagenten abstimmen – jede Flugzeugposition hat einen zertifizierten ULD-Typ.
Step 2
ULD vor dem Aufbau auf Zustand prüfen
Vor der Beladung ist das ULD auf Beschädigungen zu prüfen. Die IATA ULD Regulations schreiben vor, dass ein ULD mit strukturellen Schäden – verbogenem oder gebrochenem Rahmen, beschädigtem Boden oder Löchern in der Außenhülle – nicht verwendet werden darf. Beschädigte ULDs müssen gekennzeichnet und zur Reparatur durch eine zugelassene ULD-Wartungseinrichtung aus dem Betrieb genommen werden. Bei Containern: Türdichtung, Scharniere und Verschlüsse prüfen. Bei Paletten: Palettenboden auf Verformung und Risse prüfen sowie sicherstellen, dass alle Zurrösen vorhanden und unbeschädigt sind. Die ULD-Tagnummer (ULD-Kennzeichnungsschild mit ULD-Typ, Seriennummer und maximalem Bruttogewicht) erfassen und das maximale Bruttogewicht vor dem Beladevorgang überprüfen.
Step 3
ULD aufbauen – schwere Teile unten, CoG innerhalb des Grundrisses
Den ULD-Aufbau auf einem ULD-Dolly oder Aufbauständer durchführen, um Gabelstaplerzugang zu gewährleisten. Mit den schwersten Stücken in der untersten Lage beginnen, zentriert über dem ULD-Grundriss. Der kombinierte CoG des beladenen ULD muss so nah wie möglich am geometrischen Mittelpunkt liegen – außermittige Lasten erzeugen asymmetrische Belastungen auf den Bodenschienen des Flugzeugs. Progressiv leichtere Stücke darüber stapeln. Bei Containern muss die Ladung innerhalb der Containerwände verbleiben – nichts darf überstehen. Bei PMC-Paletten muss die Ladung innerhalb der veröffentlichten Flugzeugkontur für den jeweiligen Flugzeugtyp verbleiben (jede Fluggesellschaft stellt für jede Palettenposition eine Konturvorlage bereit). Bei Überschreitung der Kontur wird das ULD an der Flugzeugtür abgelehnt.
Step 4
Frachtnetz anbringen und Zurranker überprüfen
Bei PMC-Paletten und einigen offenseitigen Containern ist ein Frachtnetz zur Ladungssicherung erforderlich. Das Netz muss für das Gewicht der Ladung ausgelegt sein – niemals ein Netz mit einer niedrigeren Traglast als dem Ladungsgewicht verwenden. Das Netz an allen vorgesehenen Ankerringen entlang der Palettenkante befestigen. Das Netz muss straff gespannt sein – loses Netz ermöglicht das Verschieben der Ladung. Bei geschlossenen Containern muss die Tür oder das Panel vollständig verriegelt sein. Nach der Vernetzung folgende Punkte prüfen: Keine Ladung steht über die Kontur über, das Netz weist keine sichtbaren Schäden auf, alle Ankerringen sind eingehakt, und das Gewicht liegt innerhalb des maximalen Bruttogewichts des ULD. Schwere Stücke müssen innerhalb des ULD individuell gesichert sein – sie dürfen sich nicht allein auf das Frachtnetz stützen.
Step 5
ULD kennzeichnen und AWB ausfüllen
Jedes ULD muss ein ULD-Tag tragen, das folgende Angaben enthält: ULD-Nummer, Zielflughafen (dreistelliger IATA-Code), Absender- und Empfängerreferenz sowie Bruttogewicht des beladenen ULD. Im AWB müssen erfasst sein: ULD-Typcode, ULD-Seriennummer, Bruttogewicht inklusive Tara sowie die Stückzahl der enthaltenen Ladung. Bei Gefahrgut im ULD muss das DGD dem AWB beigefügt und ein Gefahrgutaufkleber am ULD selbst angebracht sein. Die Fluggesellschaft überprüft das ULD-Gewicht auf Vorfeld-Waagen – überschreitet das tatsächliche Bruttogewicht das zertifizierte Maximum, kann das ULD nicht verladen werden. Die Genauigkeit des angegebenen Gewichts ist eine Sicherheitsanforderung und keine bloße Abrechnungsangelegenheit.
Step 6
Frachtterminal innerhalb der Annahmefrist beliefern
Jede Fluggesellschaft und jeder Flughafen hat eine Cargo-Annahmefrist – den spätesten Zeitpunkt, zu dem eine Sendung für einen bestimmten Flug angenommen werden kann. Für vom Versender oder Spediteur aufgebaute ULDs liegt diese Frist in der Regel 3–4 Stunden vor dem Flugzeugabflug. Nach der Annahmefrist eingelieferte ULDs werden auf den nächsten verfügbaren Flug umgebucht. Bei Ankunft am Frachtterminal werden das ULD vom Bodenabfertigungsagenten gewogen und geprüft. Besteht das ULD die Gewichtskontrolle, Konturkontrolle oder Dokumentenkontrolle nicht, wird es ausgeladen und neu aufgebaut – was mehrere Stunden in Anspruch nehmen kann. Eine sorgfältige Vorbereitung und Überprüfung des ULD vermeidet Verzögerungen und zusätzliche Umbuchungskosten.
ULD-Regeln auf einen Blick
Basierend auf den IATA ULD Regulations (ULD-BR), den IATA Dangerous Goods Regulations (DGR) und flugzeugspezifischen Konturbeschränkungen. Anforderungen stets mit der durchführenden Fluggesellschaft abstimmen.
Max. LD3-Bruttogewicht
1.588 kg
AKE – gebräuchlichster Typ
Max. PMC-Bruttogewicht
6.804 kg
P6P – B747-Hauptdeck
IATA ULD-Vorschriften
IATA ULD-BR
Maßgebliche Norm
Flugzeugkontur
Darf nicht überschritten werden
Je Flugzeugtyp und Position
ULD-Gewichtsgrenzen
Zertifiziert je ULD-Typ
Jedes ULD hat ein zertifiziertes maximales Bruttogewicht (MGW), das auf dem Kennzeichnungsschild angegeben ist. Dies ist keine Richtlinie, sondern eine vom ULD-Hersteller zertifizierte und von der Fluggesellschaft anerkannte strukturelle Grenze. Eine Überschreitung des MGW beeinträchtigt die strukturelle Integrität des ULD, die Befestigungspunkte am Flugzeugboden sowie die Schwerpunkt- und Gewichtsberechnung für den Flug. Gängige ULD-Gewichtsgrenzen: LD3 (AKE) = 1.588 kg; LD7 (AKH) = 3.175 kg; PMC (P6P) = 6.804 kg; LD11 (AMP) = 6.804 kg. Einzelne Fluggesellschaften können niedrigere betriebliche Grenzen als das zertifizierte MGW festlegen – das ULD-Handbuch der jeweiligen Fluggesellschaft ist maßgebend.
Flugzeugkontur-Einschränkung
Aufbau innerhalb der Kontur – keine Ausnahmen
Jede ULD-Position in einem Flugzeug hat eine spezifische Kontur – eine Querschnittsform, innerhalb derer das beladene ULD verbleiben muss, bestimmt durch die Rumpfgeometrie des Flugzeugs. Bei PMC-Paletten variiert die Kontur je nach Flugzeugtyp und sogar zwischen verschiedenen Positionen auf demselben Flugzeug. Ein LD3-Container ist bereits so geformt, dass er in die Unterbodenkontur von Großraumflugzeugen passt. Ein beladenes ULD, das die Kontur überschreitet, wird an der Flugzeugtür abgelehnt – die Flugzeugtür lässt sich physisch nicht darum schließen. Konturschablonen sind bei der Fluggesellschaft oder dem Bodenabfertigungsagenten erhältlich. Bei unregelmäßig geformter Ladung auf PMC-Paletten die Kontur vor dem Vernetzen physisch mit der Schablone prüfen.
Gefahrgut in ULDs
Zusätzliche Vorschriften und Kennzeichnungspflichten
Gefahrgut in ULDs unterliegt den IATA DGR (Dangerous Goods Regulations). Wesentliche Vorschriften: Das DGD muss dem AWB beigefügt sein, bevor das ULD angenommen wird; ein Gefahrgutklassen-Etikett und ggf. ein CAO-Aufkleber müssen am ULD angebracht sein; radioaktive Stoffe (Klasse 7) unterliegen spezifischen Positionseinschränkungen im Flugzeug; bestimmte Gefahrgüter sind in Passagierflugzeugräumen verboten (Forbidden on Passenger Aircraft – FPA) und dürfen ausschließlich in reinen Frachtflugzeugen befördert werden. Niemals unverträgliche Gefahrgüter im selben ULD mischen – IATA DGR Tabelle 9.3 legt fest, welche Güter nicht gemeinsam verladen werden dürfen.
Häufig gestellte Fragen
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